Imagefilm über das ThürAZ: Doppelklick auf das Foto
Aufgabe
Das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk” (ThürAZ) wurde 1991 zunächst unter dem Namen Matthias-Domaschk-Archiv Jena gegründet. Träger war und ist der Verein Künstler für Andere e.V., der aus der gleichnamigen Jenaer Gruppe der DDR-Opposition hervorgegangen ist. Die Gründung des Archivs stand in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der breiten gesellschaftlichen Debatte um die Funktion und Wirkung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Es diente zunächst der Aufbewahrung der Materialien der Repression in der SED-Diktatur, so etwa von Kopien der Akten des MfS.
Spätestens ab Mitte der 90er Jahre erfolgte ein Funktionswandel in der Arbeit des Archivs. Im Mittelpunkt der Sammlungstätigkeit des ThürAZ stehen seitdem die Überlieferungen der Opposition und des Widerstandes selbst. Dabei handelt es sich in der Regel um Egodokumente (s.a. Bestandsprofil).
Öffnungszeiten
Dienstag 9-15 Uhr
Donnerstag 9-18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Telefonische Erreichbarkeit:
Mo, Di, Mi, Fr 9-15 Uhr
Do 9-18 Uhr
Aktuelles
40 Jahre Künstler für Andere – wir feiern!
1986 begann in Jena etwas Besonderes: Unter dem Namen „Künstler für Andere“ schufen engagierte Menschen Freiräume für unabhängige Kunst, Musik, Information und offenen Austausch. Viele der Veranstaltungen fanden in der Jenaer Friedenskirche statt – einem Ort, an den wir 40 Jahre später zurückkehren.
Am Freitag, den 25. September 2026, feiern wir dort das Jubiläum von Künstler für Andere e. V., dem heutigen Trägerverein des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ (ThürAZ).
Gemeinsam blicken wir auf vier Jahrzehnte zurück: auf die Anfänge in Jena und Halle, auf Kunst und Kultur abseits staatlicher Vorgaben in der DDR, auf Solidarität und Dritte-Welt-Arbeit und auf die Geschichte eines Vereins, der seit 1991/92 das ThürAZ trägt.
Neben kurzen Grußworten und Rückblicken gibt es historische Fotos, Plakate und Quellen aus der Geschichte von Künstler für Andere. Für Musik sorgen die BumbleBee Blues Band und Airtramp. Anschließend lassen wir den Abend am Gärtnerhaus des Johannisfriedhofs ausklingen.
Freitag, 25. September 2026, 18 Uhr
Friedenskirche Jena
Philosophenweg 1, 07743 Jena
Wir laden alle ein, die mit Künstler für Andere verbunden waren oder sind und ebenso alle, die neugierig auf diese Geschichte sind. Kommt vorbei, erinnert euch mit uns, entdeckt Neues und feiert mit uns 40 Jahre Künstler für Andere!
Vom Memorial zum Lost Place - das Denkmal am Friedensberg. Ortsbegehung und Vortrag im Treff am Fichteplatz (TaF)
Samstag, 12. September 2026
14.00 Uhr Erkundung vor Ort mit Erläuterungen zur Anlage und (Um-)Nutzung des Denkmals auf dem Friedensberg, Treffpunkt am Eingangstor zum Innenbereich des Denkmals
15.00 Uhr Barbara Krug (Gotha/Jena): Präsentation zum geschichtspolitischen Wandel des Denkmals in Geschichte und Gegenwart im Stadtteilcafé „Treff am Fichteplatz“ (TaF), Fichteplatz 9, 07745 Jena
Gedenken zum 45. Todestag von Matthias Domaschk
Anlässlich des 45. Todestages von Matthias Domaschk luden der Pfarrsprengel Innenstadt der Evangelischen Kirchgemeinde Jena, die Junge Gemeinde Stadtmitte sowie das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ am Wochenende zu mehreren Veranstaltungen in Jena ein.
Den Auftakt bildete am Freitag eine Gedenkveranstaltung in der Friedenskirche. Angelika Jordan-Schön, Frank Rub und Matthias „Fritz“ Büchner erinnerten als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an Matthias Domaschk und weitere Personen aus unangepassten Milieus Jenas in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Musikalisch begleiteten den Abend die Jenaer Stadtmusikanten sowie Gotthard Lemke, der Lieder von Wolf Biermann auf der Gitarre vortrug.
Am Samstag luden Konstantin Behrends und die Junge Gemeinde Stadtmitte zu einem Gesprächsabend ein, der sich mit persönlichen und politischen Folgen von Verlust und Gewalt in sozialen Bewegungen auseinandersetzte. Es berichteten Wegbegleiter von Conny Wessmann, die 1989 nach einer Antifa-Aktion in Göttingen von der Polizei gehetzt wurde, bis sie von einem Auto tödlich überfahren wurde, und von Silvio Meier, der 1992 in Berlin-Friedrichshain von einem Neonazi erstochen wurde.
Am Sonntag legten Freund:innen und Wegbegleiter:innen auf dem Nordfriedhof Blumen am Ehrengrab für Matthias Domaschk im Urnenhain nieder. Begleitet wurde die Veranstaltung von einem Fernsehteam. Am 9. November soll die aktuell entstehende Dokumentation über Matthias Domaschk im ARD-Fernsehen ausgestrahlt werden.
Insgesamt nahmen über 100 Menschen an den Gedenkveranstaltungen teil. Besonders gefreut haben wir uns, dass Matthias` Schwester, seine Tochter und seine Freund:innen über das Wochenende zum gemeinsamen Gedenken und Austausch nach Jena gekommen sind.
Zum Abschluss der Gedenkveranstaltungen laden wir alle Interessierten herzlich für Samstag, den 18. April ins Thüringer Archiv für Zeitgeschichte ein. Um 18 Uhr stellt der Lehrer und Autor Tino Strempel hier seinen Roman „Matz aus Jena – Drei Tage und ein Leben“ vor. Einen muskalischen Beitrag leistet Jan Trzepalkowski.