Imagefilm über das ThürAZ: Doppelklick auf das Foto

Aufgabe

Das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk” (ThürAZ) wurde 1991 zunächst unter dem Namen Matthias-Domaschk-Archiv Jena gegründet. Träger war und ist der Verein Künstler für Andere e.V., der aus der gleichnamigen Jenaer Gruppe der DDR-Opposition hervorgegangen ist. Die Gründung des Archivs stand in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der breiten gesellschaftlichen Debatte um die Funktion und Wirkung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Es diente zunächst der Aufbewahrung der Materialien der Repression in der SED-Diktatur, so etwa von Kopien der Akten des MfS.

Spätestens ab Mitte der 90er Jahre erfolgte ein Funktionswandel in der Arbeit des Archivs. Im Mittelpunkt der Sammlungstätigkeit des ThürAZ stehen seitdem die Überlieferungen der Opposition und des Widerstandes selbst. Dabei handelt es sich in der Regel um Egodokumente (s.a. Bestandsprofil).

Öffnungszeiten

Dienstag 9-15 Uhr 

Donnerstag 9-18 Uhr

sowie nach Vereinbarung

 

Telefonische Erreichbarkeit:

Mo, Di, Mi, Fr 9-15 Uhr

Do 9-18 Uhr

Aktuelles

Crowdfunding-Aktion: Stadtmosaik

Heute um 10 Uhr startet unsere Crowdfunding-Aktion für das STADTMOSAIK - zusammen mit der Geschichtswerkstatt Jena und dem Verein für Jenaer Stadt- und Universitätsgeschichte.

⚡️ Passend zum Motto „Energie freisetzen“ der Stadtwerke möchten wir mit einem Sonderheft der #gerbergasse18 mosaikartig Leerstellen und Lücken im Stadtbild füllen.

🙏 Jede Spende hilft: https://www.jena-crowd.de/stadtmosaik

 

Worum geht es in diesem Projekt?

Energie wird auch durch Fragen und Diskussionen freigesetzt. Es ist eine gesellschaftliche Energie, die wir für das demokratische Zusammenleben dringend benötigen. Durch ein „Stadtmosaik“ sollen Aufbrüche, Krisen und Abgründe der jüngeren Stadtgeschichte Jenas dargestellt und in Form eines Sonderheftes der Jenaer Zeitschrift „Gerbergasse 18“ veröffentlicht werden. Aus unterschiedlichen Perspektiven und Zugängen sollen mosaikartig bestehende Leerstellen und Lücken im Stadtbild gefüllt werden.

Hinter der Umsetzung der Sonderausgabe steht ein buntes Redaktionsteam und mehrere Jenaer Vereine (Thüringer Archiv für Zeitgeschichte, Verein für Jenaer Stadt- und Universitätsgeschichte, Geschichtswerkstatt Jena), die das Mosaik gemeinsam zusammensetzen möchten. Für eine professionelle Herstellung des gedruckten „Stadtmosaik“-Heftes benötigen wir die Unterstützung der Jena-Crowd. Nur durch zivilgesellschaftliches Engagement entsteht Energie.

Jede Spende ist ein Mosaiksteinchen!

Buchvorstellung: Unruhestifter in Staat und Kirche - Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?

Am

Donnerstag, den 29. Oktober 2026, 18 Uhr

stellen die Herausgeber:innen Alexander Deeg, Martin Fischer, Ilse Junkermann, Sebastian Kranich und Niklas Wagner den frisch erschienenen Tagungsband "Unruhestifter in Staat und Kirche - Lernen von den Gruppen der DDR-Opposition?" im ThürAZ erstmalig der Öffentlichkeit vor.

Das Buch erscheint in der Reihe Kirchliche Praxis in der DDR – Forschungen im Verlag Herder und folgt damit auf Band 1, der 2025 unter dem Titel "Diakonie und Caritas in Ostdeutschland vor und nach 1990 - Potentiale für Ost und West" erschien. 

Die Kirchen und die oppositionellen Gruppen in der DDR

Sie waren ein Ärgernis. Der SED-Staat fühlte sich durch sie bedroht. In der Kirche gingen die oppositionellen Gruppen vielen zu weit. Zu politisch, zu radikal, zu wenig fromm: So lauteten die Vorwürfe. Nach 1989 hatten sie dann kaum eine Chance im Politikbetrieb. Ihre Ideen von Gemeinschaft, von Frieden, Gerechtigkeit und Umwelt: Waren das nicht christliche Utopien?

Doch gerade ihr religiös-politischer Doppelcharakter sowie ihre Basisstruktur und ihre Netzwerke machen die Gruppen interessant: für eine solidarische Gesellschaft und eine Kirche in Bewegung, die auch für ungetaufte Engagierte offen ist.

Welche Erfahrungen und Ideen von einst lohnt es zu erinnern? Welche davon können transformiert und für heute fruchtbar gemacht werden? Welche Potentiale für heutige Diskurse in Kirchen und Gesellschaft liegen in diesen Erfahrungen?

Diesen Fragestellungen widmet sich dieser Tagungsband mit Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Theologie, Soziologie und Zeitgeschichte, aber auch von erinnerungspolitischen Akteurinnen und Akteuren sowie Zeitzeugen.

Die Buchvorstellung findet im ThürAZ, Dornburger Straße 143, 07743 Jena statt. 

OstBewusst? Die junge Generation und die alte DDR

Donnerstag, 24. September 2026, 18 Uhr

Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt

Andreasstraße 37a, 99084 Erfurt

Die DDR gibt es seit gut 35 Jahren nicht mehr. Und doch bleibt der untergegangene Staat ein Bezugspunkt vieler junger Ostdeutscher: ein Land, das sie nie erlebt haben. Historische Fakten verwaschen dabei und eine ostdeutsche Mythenerzählung entsteht, die oft wenig mit der tatsächlichen DDR zu tun hat. Zugleich meinen viele Ostdeutsche, nicht wahrgenommen zu werden. Häufig sind es junge Menschen, die Fragen nach ihrer Herkunft stellen und ihre Identität behaupten wollen. Wie war das damals? Wie erinnern wir uns? Und was hat das mit dem Heute zu tun?

Darüber sprechen wir mit dem Soziologen Daniel Kubiak, der Weimarer Autorin Olivia Wenzel und dem Podcaster und Journalisten Dennis Chiponda.

Abschluss der Reihe "OstBewusst? Die junge Generation und die alte DDR", eine Kooperation der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt, des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen mit dem ThürAZ. 

Sponsoren und Förderer