Angstzonen und Schutzräume. Rechte Gewalt, antirassistisches Engagement und die Jenaer Stadtgesellschaft um 1990. Ein Rundgang

Ehemaliger Paradiesbahnhof, Vor dem Neutor 5, Bauaktenarchiv Jena, Fotoarchiv 10391, Foto: Monika Wohlfarth
Die Entstehung und Radikalisierung des NSU sind mit der Stadtgeschichte Jenas um 1990 eng verbunden. Das Klima in der Stadt bot den Nährboden, auf dem (Alltags-)Rassismus und Rechtsradikalismus wuchsen. Wie nahm die Stadtgesellschaft die Ausbreitung von rechtsextremem Gedankengut und rechter Gewalt wahr? Wie begegneten städtische Autoritäten und gesellschaftliche Akteur*innen der Radikalisierung rechtsextremer Milieus? Wo lagen Orte der Gewalt, wo fanden Betroffene Schutz, wo entstand zivilgesellschaftliches Engagement? Wie lebten Migrant*innen in der Stadt, wie nahm die Stadtgesellschaft sie auf, wie erfuhren sie Rassismus im Alltag?
Entlang dieser und weiterer Fragen führt der Rundgang zu städtischen Angstzonen und Schutzräumen um 1990 und regt an, die Geschichte von Rassismus und rechter Gewalt, von migrantischen Lebenswelten und zivilgesellschaftlichem Engagement bis in die Gegenwart zu verfolgen.
Organisation und Durchführung: ThürAZ in Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden, Promovierenden und Studierenden des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der FSU Jena.
Der Rundgang wird gefördert durch den Fonds Soziokultur aus dem Programm NEUSTART KULTUR der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und durch den BMBF-Forschungsverbund Diktaturerfahrung und Transformation. Die Veranstaltung ist Teil der stadtgesellschaftlichen Aktivitäten „Kein Schlussstrich! Jena und der NSU-Komplex“: ks_programmheft_onlinefassung.
Termine:
Sa., 2.10., 14 Uhr
Sa., 9.10., 15 Uhr
Fr., 22.10., 16 Uhr
Do., 28.10., 16 Uhr
Treffpunkt ist jeweils die Holzskulptur gegenüber der Jungen Gemeinde Stadtmitte (Johannisstraße 14).