Mitschnitt des Gesprächs „Perspektivwechsel – Deutsch-deutsche Migration ab 1989/ 90“ online

 
Die für den 20. November 2020 geplante Veranstaltung „Perspektivwechsel – Deutsch-deutsche Migration ab 1989/90“ haben wir digital durchgeführt und aufgezeichnet. Unsere Gäste waren Dr. Martin Bindmann, Manuela Heinemann-Langer und Klaus Wegener, die einen Einblick in ihre persönlichen Wege von West- nach Ost- bzw. von Ost- nach Westdeutschland gaben. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Silke Satjukow (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg).
 
Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Bewegte Zeit – Rückblicke auf das Jahr 1990“ statt, die das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Jena und dem Jenaer Stadthistoriker durchführt. Gefördert wird die Reihe von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, bei der wir uns herzlich bedanken.
 
Technische Unzulänglichkeiten bitten wir zu entschuldigen!
 
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„Perspektivwechsel – Deutsch-deutsche Migration ab 1989/90“
 
Im November 1989 übersiedelten mehr als 133.000 DDR-Bürger*innen in die Bundesrepublik. Im Februar 1990 waren es immer noch 64.000. Während die ZEIT die Schwierigkeiten thematisierte, mit denen die Zugezogenen auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt konfrontiert waren, titelte der Spiegel reißerisch: „ ‚Wieso kommen die noch?‘ “ und entwarf ein düsteres Szenario von angst- und hassbesetzter Stimmung gegenüber den neuen Mitbürger*innen, die „das westdeutsche Sozialsystem sprengen und den Wohnungs- und Arbeitsmarkt zum Kollabieren bringen“ könnten. Im Jahr 1990 standen insgesamt 400.000 Ostdeutschen, die die DDR und die neuen Bundesländer verließen – darunter 13.000 Menschen aus Thüringen – 36.200 Westdeutsche gegenüber, die sich in der DDR bzw. den neuen Bundesländern niederließen.
 
In einer Gesprächsrunde möchten wir Einblicke in subjektive Erfahrungen geben und deutsch-deutsche Migration ab der Transformationszeit 1989/90 aus der Akteursperspektive beleuchten.
Auf welche Herausforderungen stießen (ehemalige) DDR-Bürger*innen in der alten Bundesrepublik? Wie gingen sie mit ihrer ostdeutschen Herkunft um? Wie wurden sie von der westdeutschen Bevölkerung aufgenommen, wie begegneten ihnen die Bundesbürger im Arbeitsalltag und im Privatleben? Mit welchen Erwartungen, Bildern, Klischees kamen Menschen aus den alten Bundesländern nach Thüringen? Welche Erwartungen wurden ihnen entgegengebracht?
 
Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich das Podium, das Alltagserfahrungen in der Aufnahmegesellschaft anhand subjektiver Perspektiven beleuchten möchte.