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15. April 2019

Podium: "Betriebliche und gewerkschaftliche Aufbrüche in Jena 1989/90"

Zeissianer verlassen am 15. Januar 1990 das Hauptwerk zum stadtweiten Warnstreik (Foto: Frank Döbert)

Couragierte DDR-BürgerInnen nahmen ab dem Herbst 1989 ihr in der Verfassung verbrieftes Recht wahr, „das politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben der sozialistischen Gemeinschaft und des sozialistischen Staates umfassend mitzugestalten“. Die duldende Akzeptanz der BürgerInnen gegenüber dem SED-Regime hatte nachgelassen und war im Zuge der Friedlichen Revolution in Handlungsbereitschaft umgeschlagen. 

Auch die Belegschaften in den Betrieben entwickelten ab Herbst 1989 Strategien des Aufbruchs in Richtung einer Demokratisierung der Betriebs- und Wirtschaftsstrukturen. Arbeiter und Angestellte unternahmen reformatorische Gehversuche und stießen Veränderungsprozesse an. Sie gründeten unabhängige Gremien zur Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen, nutzten betriebsinterne Kommunikationswege zur Verbreitung revolutionärer Forderungen und trugen den Protest von der Straße in die Betriebe hinein. Mit der Forderung nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen gingen politische Forderungen nach einer Demokratisierung der DDR einher. Betriebsangehörige schlossen sich den neuen Parteien und Bürgerbewegungen an und bildeten die Massenbasis der Demonstrationszüge. 

Ein Gespräch mit ehemaligen Mitarbeitern von in Jena ansässigen Unternehmen thematisiert die Aufbrüche ‚von unten‘, die ab dem Herbst 1989 von Belegschaftsangehörigen angestoßen wurden. Eingeladen sind Jörg Auweiler, der beim VEB Jenapharm im Oktober 1989 einen unabhängigen Initiativausschuss mitgründete und Frank Günther, der als Mitarbeiter des VEB Kraftverkehr Jena in der neu gegründeten SDP einen „Arbeitskreis Gewerkschaften“ aufbaute und sich in der „Initiative für Unabhängige Gewerkschaften“ engagierte. Weiterer Gast ist Jürgen Dömel, der von seinen Mitarbeitern im VEB Carl Zeiss an einen betriebsinternen Runden Tisch delegiert wurde. 

Das Gespräch ist Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema „‚Den aufrechten Gang erlernen‘ – Zivilgesellschaftliche Aufbrüche in Jena 1989/90“. Gefördert wird die Reihe von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Reihe ist Teil des Programms „89//19: Wegbruch – Umbruch – Aufbruch. Jena und die Revolution(en) von 1989“. 

Podium: „Betriebliche und gewerkschaftliche Aufbrüche in Jena 1989/90“

Gäste: Jörg Auweiler, Frank Günther, Jürgen Dömel

Moderation: Dr. Renate Hürtgen

Ort: Volkshaus Jena, Raum 10, Carl-Zeiß-Platz 15, 07743 Jena

Termin: Montag, 15. April 2019, 19.00 Uhr