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1. Juni 2018

Film & Gespräch: "Unser kurzes Leben" (DEFA 1981)

Am Freitag, den 1. Juni 2018 zeigt das ThürAZ im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe "Leben auf der Baustelle?! - Bauen und Wohnen in der DDR" um 19.00 Uhr im Kino im Schillerhof den Film "Unser kurzes Leben" (Regie: Lothar Warneke, DEFA 1981).

Nach dem Film gibt es eine Auswertung mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Maria Brosig (Uni Potsdam).

Der Film greift den Stoff des Romans "Franziska Linkerhand" von Brigitte Reimann auf. Dieser porträtiert eine junge Architektin, die in der DDR der 1960er Jahre mit idealistischen Vorstellungen der Stadtplanung und Wohnviertelgestaltung in die Provinz geht. Dort angekommen, wird sie konfrontiert mit den Realitäten: Sie trifft auf mangelndes Interesse für eine über das Wohnen hinausgehende Lebensraumgestaltung und auf die planwirtschaftliche Notwendigkeit des schnellen und günstigen Bauens.

Konfrontiert wird in "Franziska Linkerhand" der Anspruch der Deutschen Bauakademie, die "Entfaltung der sozialistischen Lebensweise" und die "Herausbildung sozialistischer Beziehungen unter den Menschen" zu ermöglichen, mit dem gleichzeitigen baupolitischen Bestreben, durch den Verzicht auf die Einplanung von Infrastruktur für die Freizeitgestaltung in den neuen Wohngebieten Zeit und Material zu sparen.

Die Desillusionierung der Architektin Franziska Linkerhand ist nur scheinbar eine persönliche. Tatsächlich handelt es sich um einen gesellschaftlichen Konflikt, der unter den gegebenen Umständen nicht zu lösen ist. Die Zwänge der Praxis in der Wohnungsbaupolitik der späten Ulbricht-Ära wollen nicht mit dem Ideenreichtum, dem Eigensinn und den Selbstverwirklichungsansprüchen der Protagonistin zusammengehen. Ein Scheitern an den sozialistischen Realitäten wird unausweichlich.

Der Film verlegt die Handlung des Romans in die Gegenwart der frühen 1980er Jahre.