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25. Oktober 2017

Film & Gespräch: "Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter: Heute ist nicht alle Tage". Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Jena nach 1989/90

Thomas Grund mit einem Foto von der Eröffnung des Winzerclubs im September 1991, darauf zu sehen (v. l. n. r.): Thomas Grund, Stephan Dorschner und Uwe Mundlos. Urheber: Frank Döbert

In der Phase des politischen und wirtschaftlichen Umbruchs war ab 1990 auch die gesellschaftliche Situation auf dem Gebiet der ehemaligen DDR unsicher. Der Untergang der alten Strukturen hinterließ ein Vakuum. Ehemalige DDR-Bürger mussten feststellen, dass die ihnen vertrauten Normen, Werte und Sozialisationserfahrungen nichts mehr galten. Der erlebte kollektive Identitäts- und Perspektivverlust mündete oft in politischer Radikalisierung. Fremdenfeindliche und rechtsextreme Übergriffe fanden in den frühen 1990er Jahren nicht nur in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen statt. Auch in Jena waren Neonazis offen gewalttätig. Mehrfach überfielen sie ausländische Mitbürger und linksalternative Jugendtreffs.


In diesem Klima fand der "Nationalsozialistische Untergrund" seinen Nährboden. Im Jugendzentrum "Winzerclub" lernten sich Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe kennen. Alle drei durchliefen ihre Sozialisation und politische Radikalisierung in Jena.

Der erste Teil der Spielfilm-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" ("Die Täter: Heute ist nicht alle Tage") bettet die Entwicklung des neonazistischen Trios in die rechtsextremen Organisationsstrukturen in Thüringen ein. Die Ursachen für den starken Anstieg rechtsradikaler Übergriffe zu Beginn der 1990er Jahre auf  regionaler Ebene führt der Film eher auf die gesellschaftlichen Umbrüche als auf DDR-spezifische Faktoren zurück.

 

Inwieweit auch weiter wirkende Strukturen, Prozesse und Ereignisse aus DDR-Zeiten zur Zunahme rechtsextremer Vorfälle in den neuen Bundesländern beitrugen, diskutiert im Anschluss an die Filmvorführung eine Gesprächsrunde. Gesprächsteilnehmer sind der Sozialarbeiter Thomas Grund, die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses Dorothea Marx und der Drehbuchautor des Films, Thomas Wendrich. Die Moderation übernimmt der freie Journalist Sebastian Haak.

Film & Gespräch: "Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter: Heute ist nicht alle Tage"

Mittwoch, 25.10.2017, 19.00 Uhr, Kino im Schillerhof (Helmboldstraße 1, 07749 Jena), Eintritt: 3,50 €

Gäste: Thomas Grund (Sozialarbeiter), Dorothea Marx (Vorsitzende des Thüringer Landtagsuntersuchungsausschusses zum NSU), Thomas Wendrich (Dehbuchautor) 
Moderation: Sebastian Haak (Historiker und freier Journalist)

 

http://www.schillerhof.org/index.php?knr=295&show=sond_Sonderprogramm&week=0&firstday=akt&date=2017-10-25&target=detail&idf=64715&plakat_soon=&sonderr=1

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" zum Thema "Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der DDR und in den neuen Bundesländern". Fördermittel stellt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bereit, Medienpartner ist Radio OKJ.

 

Am Freitag, den 27. Oktober organisiert das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft gemeinsam mit der Jungen Gemeinde Stadtmitte thematisch passend eine Veranstaltung zum Thema "25 Jahre NSU: Aufklärung, Verantwortung, Erinnerung in Jena". Weitere Infos unter https://www.facebook.com/<wbr></wbr>events/1647057311985208/.