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2. November 2017

Podium: "Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!" - Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Thüringen: Aktuelle Entwicklungen

Personen, die heute in rechtsextremen Strukturen in Thüringen öffentlich auftreten, haben dieselbe neonazistische Sozialisation der 1990er Jahre durchlaufen wie die Mitglieder des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU). Sie gehörten auch denselben Netzwerken an, wie der in Jena entstandene Sammelband "Rechtsextremismus und 'Nationalsozialistischer Untergrund'" (2016) zeigt.
Welche weiteren Kontinuitätslinien aus heutiger Sicht zu den frühen neunziger Jahren bestehen und welche neuen Entwicklungstendenzen sich ausmachen lassen, erörtert ein Podium am 2. November.

Akteure, die sich mit der Analyse rechter Organisationsstrukturen, Opferberatung und Rechtsextremismusprävention beschäftigen, nehmen darin die Aktualität in den Blick und fokussieren die Situation im heutigen Thüringen. Ein massiver Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe auf Asylunterkünfte ist hier seit zwei Jahren zu verzeichnen. Während laut Thüringer Innenministerium 2014 acht rechtsmotivierte Straftaten gegen bestehende, geplante oder vermutete Flüchtlings- und Asylunterkünfte begangen wurden, waren es im Jahr darauf bereits 71. Wie die mobile Thüringer Beratungsstelle ezra für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt beobachtet, gab es im ersten Halbjahr 2016 72 Fälle rechter und rassistischer Gewalt im Freistaat.

Das Podium fragt vor diesem besorgniserregenden Hintergrund nach aktuellen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, darunter auch Alltagsrassismus, sowie nach angemessenen Formen, diesen aus politischer und gesellschaftlicher Sicht zu begegnen. Auch Möglichkeiten, latent vorhandenen Ressentiments gegenüber AusländerInnen bildungspolitisch präventiv zu begegnen, werden in den Blick genommen.

Podium: "Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft!" - Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Thüringen: Aktuelle Entwicklungen
Donnerstag, 02.11.2017, 20.00 Uhr, Haus auf der Mauer (Johannisplatz 26, 07743 Jena)

Gäste: Christina Büttner (Opferberatungsstelle ezra), Katja Fiebiger (MOBIT e. V.), Dr. Matthias Quent (Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft), Moderation: Dr. des. Franziska Schmidtke (Zentrum für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration)

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" zum Thema "Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der DDR und in den neuen Bundesländern". Fördermittel stellt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bereit, Medienpartner ist  Radio OKJ.