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19. April 2017

Podium: "Das wird man doch noch sagen dürfen!" - Vorurteile, Alltagsrassismus und Fremdenfeindlichkeit

Karikatur in der Vierteljahres-Zeitschrift "frieda", herausgegeben von der Thüringer Arbeitsgruppe der Christlichen Friedenskonferenz, 1989 (Urheber: Jan Tomaschoff)

Jeder Mensch hat Vorurteile. Deren Entstehung ist Teil einer normal verlaufenden Persönlichkeitsentwicklung. Zum Problem werden sie, wenn aus der positiveren Bewertung der eigenen sozialen Gruppe die Benachteiligung und/oder Diskriminierung anderer Personen oder Gruppen resultiert. Das Podium beleuchtet diesen Prozess, indem es danach fragt, wann aus Angst vor dem Unbekannten ein negativ konnotiertes Bild vom „Fremden“ entsteht.

Um zwischen feindseligen Einstellungsmustern und tatsächlichem Verhalten zu differenzieren, soll die Frage aufgegriffen werden, wann sich fremdenfeindliche Einstellungen in Form von Diffamierung, Diskriminierung und/oder Ausgrenzung in der sozialen Praxis niederschlagen. Darüber hinaus erörtern die eingeladenen Gäste aus sozialpsychologischer, medienpädagogischer und journalistischer Sicht, welche aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft die Entstehung und Verbreitung von fremdenfeindlichen Einstellungen sowie deren Umsetzung in Handlungen beeinflussen. Inwieweit senken soziale Plattformen und andere Möglichkeiten des persönlichen oder anonymen Austauschs von Meinungen über das Internet die Hemmschwelle, Ressentiments gegenüber „Fremden“ zu äußern? Wie wirken sich rechtspopulistische Bewegungen wie die Alternative für Deutschland (AfD) und die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) auf die Präsenz und Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung aus? Begünstigen sie neben einem von Angst und Hass geprägten gesellschaftlichen Klima auch fremdenfeindlich motivierte Gewalttaten?

Schließlich loten die Gäste aus, wie mit sozialpsychologisch begründeten Ängsten in der Bevölkerung umgegangen werden kann. Dabei wird nicht nur die Rolle der Politik, sondern auch die der medialen Berichterstattung hinterfragt.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" zum Thema "Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der DDR und in den neuen Bundesländern". Fördermittel stellt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur bereit, Medienpartner ist der Offene Kanal Jena (OKJ).

 

Podium "Das wird man doch noch sagen dürfen!" - Vorurteile, Alltagsrassismus und Fremdenfeindlichkeit

Mittwoch, 19.04.2017, 20.00 Uhr, Evangelische Studierendengemeinde (August-Bebel-Straße 17A, 07743 Jena)

Gäste: Johannes Baldauf (Experte für Erscheinungsformen von Neonazis und Gegenstrategien in sozialen Netzwerken, Amadeu Antonio Stiftung, Berlin), Thorsten Büker (Lokalredaktionsleiter der Thüringischen Landeszeitung, Jena), Prof. Dr. Juliane Degner (Institut für Psychologie der Universität Hamburg)
Moderation: Dr. Eva Maria Groß (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld)

 

Entsprechend §6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von den Veranstaltungen des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ ausgeschlossen.