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28. März 2019

Podium: "‚Wir brauchen keine Folgsbildung!‘ – Jenaer Schulen im Umbruch 1989/90"

Demonstration in Jena im November 1989 (ThürAZ, Bestand/Foto: Christof Herrmann)

Das Schulwesen war in der DDR ein besonders stark politisch instrumentalisierter Bereich der Gesellschaft. Dies schlug sich nieder in der einseitigen ideologischen Ausrichtung der Bildungsangebote und im selektiven Zugang zu höherer Bildung. War vor dem Herbst 1989 eine freie Debatte über Fragen des Bildungswesens nicht möglich, eröffnete der beginnende gesellschaftliche Aufbruch auch in diesem Bereich neue Möglichkeiten der offenen Diskussion. 

Am Donnerstag, den 28. März 2018 organisiert das ThürAZ ein Zeitzeugenpodium zu den Umbrüchen in den Jenaer Schulen 1989/90. Ins Gespräch kommen ehemalige LehrerInnen, die sich für Reformen im Schulwesen der DDR einsetzten.

Gisela John forderte mit anderen LehrerInnen in einem Offenen Brief an die Stadtschulrätin im Oktober 1989, die Bildungsarbeit vom Programm der SED zu trennen und allen Kindern und Jugendlichen gleiche Bildungschancen zu gewähren. Für weltanschauliche Pluralität, eine Entmilitarisierung und Demokratisierung des Schulwesens setzte sich auch der von Rüdiger Schütz und Frank Schenker mitgegründete unabhängige Interessenverband „Demokratische Bildung und Erziehung“ ein. In den frühen neunziger Jahren gestalteten alle drei Akteure die Umbrüche in der Jenaer Bildungslandschaft aktiv mit: Gisela John als Gründerin der Jenaplan-Schule, Frank Schenker als Leiter des Staatlichen Schulamts in Jena und Rüdiger Schütz als Kreisvorsitzender der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft. 

Das Gespräch bildet den Auftakt einer Veranstaltungsreihe zum Thema "‚Den aufrechten Gang erlernen‘ – Zivilgesellschaftliche Aufbrüche in Jena 1989/90". Die Reihe fragt danach, wie sich die Umbrüche seit dem Herbst 1989 auf der lokalen Ebene auswirkten. Den aufrechten Gang übten BürgerInnen der Stadt Jena, indem sie gesellschaftliche Entwicklungen ‚von unten‘ anstießen und voranbrachten. Es handelte sich um zivilgesellschaftliche Aufbrüche  in unterschiedlichen Teilbereichen der Gesellschaft: im Bildungswesen, in den Betrieben, in der Presselandschaft. Im Fokus steht die Emanzipation Einzelner und Gruppen, die die herrschenden Machtverhältnisse offen infrage stellten und zur Einforderung des Rechts auf Mitgestaltung der Gesellschaft aufriefen. Zeitzeugenpodien, eine Performance und eine Filmvorführung widmen sich einzelnen Schritten auf diesem Weg in Form einer Rückschau nach 30 Jahren Friedlicher Revolution. Gefördert wird die Reihe von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 

Podium: „ ‚Wir brauchen keine Folgsbildung!‘ – Jenaer Schulen im Umbruch 1989/90“

Gäste: Gisela John, Frank Schenker, Rüdiger Schütz

Moderation: Dr. Matias Mieth 

Ort: Mensa der Integrierten Gesamtschule „Grete Unrein“, August-Bebel-Straße 1, 07743 Jena

Termin: Donnerstag, 28. März 2019, 19.00 Uhr