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28. Juni 2018

Podium: "Ruinen schaffen ohne Waffen" - Der Verfall ostdeutscher Innenstädte im Fokus der DDR-Opposition

Weiße Gasse, Erfurt, Januar 1990, Foto: Matthias Sengewald, Gesellschaft für Zeitgeschichte e. V.

Am Donnerstag, den 28. Juni 2018 organisiert das ThürAZ in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße Erfurt ein Podium zum Altstadtverfall in der DDR und dessen Wahrnehmung durch oppositionelle Gruppen in den 1980er Jahren.

Auch wenn seit Beginn der 1970er Jahre die Sensibilität der DDR-Staatsführung für den Erhalt alter Bausubstanz gestiegen war, standen dringend notwendige Altstadtsanierungen aus Kostengründen hinter Abriss und Neubau zurück.
Engagierte Bürgerinnen und Bürger wollten dem Verfall der Innenstädte zugunsten neu entstehender Großbausiedlungen jedoch nicht länger tatenlos zusehen. In Erfurt und Halle an der Saale z. B. schlossen sie sich in Arbeitsgemeinschaften zusammen, um gemeinsam gegen den Zerfall der Altbausubstanz vorzugehen. Auch gegen städtische Abrisspläne für ganze Straßenzüge setzten sie sich ein.
In Halle gründete sich 1983 die "Denkmalschutzgruppe Innenstadt", die sich offiziell beim Kulturbund der DDR ansiedelte. Sie sorgte u. a. für den Erhalt eines Renaissancefriedhofs. In Erfurt bildete sich 1986 die "Arbeitsgemeinschaft Stadt- und Wohnumwelt", die bei der Evangelischen Stadtmission andockte und gegen eine tiefgreifende städtebauliche Umgestaltung des Andreasviertels mobilisierte.

Zwei Zeitzeugen berichten am 28. Juni in der Andreasstraße über Ziele, Arbeitsansätze und Aktivitäten der Gruppen. Als ehemaliges Mitglied der "Denkmalschutzgruppe Innenstadt" ist Christian Feigl eingeladen, heute Inhaber eines Denkmalbauhofs und stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Halle. Die Erfurter "Arbeitsgemeinschaft Stadt- und Wohnumwelt" vertritt Matthias Sengewald, Referent beim Bund evangelischer Jugend in Mitteldeutschland und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Zeitgeschichte e. V.

Das Podium ist Teil einer Reihe des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" zum Thema "Leben auf der Baustelle?! - Bauen und Wohnen in der DDR". Gefördert wird die Reihe von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Podium: "'Ruinen schaffen ohne Waffen' – Verfall der ostdeutschen Innenstädte im Fokus der DDR-Opposition"

Termin: Donnerstag, 28. Juni 2018, 19.00 Uhr
Gäste: Christian Feigl (Halle/ Saale), Matthias Sengewald (Erfurt)
Moderation: Katharina Kempken (Jena)
Ort: Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Andreasstraße 37a, 99084 Erfurt