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26. Mai 2016

Podium "Solidaritätserfahrungen Homosexueller in der DDR der 80er Jahre"

Erste Ausgabe der lesbischen Zeitschrift "frau anders", Jena 1989 (ThürAZ, Sign.: J-K-16.06)

Auch wenn Homosexualität seit 1968 in der DDR nicht mehr strafrechtlich verfolgt wurde und das Thema in den 1980er Jahren verstärkt in der Öffentlichkeit aufgegriffen wurde, blieben die Möglichkeiten zur Selbstorganisation und -entfaltung für homosexuelle Männer und Frauen begrenzt. Neben fehlenden Freizeitangeboten berichten Zeitzeugen von gesellschaftlicher Intoleranz und Diskriminierung bis in die letzten Jahre der DDR hinein.

Das ThürAZ möchte mit einem Zeitzeugen-Podium den Blick über die Ausgrenzungserfahrungen Betroffener weiten und fragt nach Formen von kirchlicher und gesellschaftlicher Solidarität, die gleichgeschlechtlich Liebenden in der DDR in den 80er Jahren entgegengebracht wurden.

Lässt sich anhand der Reaktionen des Umfelds ein Mentalitätswandel ausmachen, der mit der zunehmenden medialen Thematisierung von Homosexualität ab Mitte der achtziger Jahre zusammenhing? Ging die staatliche Strategie auf, durch die gezielte Enttabuisierung des Themas und die Aufklärung der Bevölkerung homosexuelle Gruppen stärker in die sozialistische Gemeinschaft einzubinden? Fühlten sich auch alternative Gruppen einbezogen, die sich – häufig mit Rückgriff auf den Schutzraum Kirche – selbst organisiert hatten?

Diese Fragen beleuchten wir am Beispiel der Stadt Jena, wo sich 1984 der Arbeitskreis Homosexuelle Liebe in der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) ansiedelte und 1988 lesbische Frauen die Redaktionsgruppe frau anders gründeten.
Aus der Perspektive ehemaliger Akteure soll danach gefragt werden, wie die Mitglieder der Gruppen Solidarität dachten und lebten, aber auch, inwieweit sie in ihrem gesellschaftlichen und kirchlichen Umfeld auf Verständnis, Toleranz und Solidarität stießen.
Eingeladen sind Bärbel Klässner (Redaktionsgruppe frau anders), Mirko König (Arbeitskreis Homosexuelle Liebe) und Gotthard Lemke (ehemaliger Studentenpfarrer der ESG Jena). Es moderiert Maria Bühner (Leipzig).

Das Gespräch reiht sich thematisch in das IDAHOBIT-Festival ein: www.idahot-jena.de/index.php/termine/idahobit-jena-2016.

Podiumsgespräch "Solidaritätserfahrungen Homosexueller in der DDR der 1980er Jahre"
Termin: Donnerstag, den 26. Mai 2016, 19.00 Uhr
Ort: Haus auf der Mauer (Johannisplatz 25, 07743 Jena)