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Thüringer Archiv für Zeitgeschichte (ThürAZ)

Hausanschrift:
Camsdorfer Ufer 17
Jena 07749

Tel.: +49 (0)3641 228605
Fax: +49 (0)3641 229743

Öffnungszeiten:
Di 9-15 / Do 9-18
u.n. Absprache

 
 

Privatarchive

Thalmann, Wolfgang

Privatarchiv Thalmann, Wolfgang
Bezugsorte Berlin-Ost, Dresden, Eisenach, Erfurt, Gera
Umfang 2,4 lfm., Fotosammlung
Zeitraum 1970 - 90
Stichworte Friedliche Revolution, kirchliche Friedensarbeit, kirchliche Jugendarbeit, Musikszene, unabhängige Friedensbewegung // Bürgerkomitee <Gera>, Demokratischer Aufbruch <Gera>, Evangelisch-Lutherische Kirche <Thüringen>, Evangelisches Jungmännerwerk <Thüringen>, Gossner Mission, Junge Gemeinde <Gera>, Offene Arbeit <Gera>, Weinberggemeinde <Dresden>
ErschließungDatenbank, Findbuch
Signatur P-TW

1951 geboren, beginnt Wolfgang Thalmann 1972 die Ausbildung zum Jugenddiakon im Johannes-Falk-Haus Eisenach. Nach einem Praktikum in der Weinberggemeinde Dresden schließt sich 1976 das berufspraktisches Jahr in Göllingen und ab Oktober 1977 in Gera an. Ab 1978 ist Thalmann als Jugendwart in Gera tätig und vollzieht in der Jungen Gemeinde Gera den Wandel von einer bis dahin überwiegend traditionell orientierten kirchlichen Jugendarbeit hin zur Offenen Arbeit.

Der Bestand von Thalmann enthält die gesamten Materialien seiner kirchlichen Ausbildung und Amtstätigkeit aus den Jahren 1972 bis 1981 mit Arbeitsheftern, Amtskalendern, Tagebüchern, Konzepten, Informationsmaterialien, Korrespondenzen, Protokollen, Fotografien, Musik, handgefertigten Plakaten sowie Druckmaterialien. So sind Belege sowohl der traditionellen kirchlichen Jugendarbeit als auch der Offenen Arbeit der Evangelischen Kirche überliefert. Deutlich wird das starke Engagement der Offenen Arbeit in Fragen der Erziehung zum Frieden, der Wehrdienstverweigerung, des Wehrersatzdienstes und der Umweltbewegung. Aber auch die kreative Seite Thalmanns ist anhand der umfangreichen Plakatsammlung inklusive Zustandsdrucken und Druckmaterialien sowie der Tondokumente seiner Musikgruppen „Akt“ und „T.E.F“ im Bestand enthalten. Diese geben Einblick in die engagierte, kreative Öffentlichkeitsarbeit subkultureller kirchlicher Jugendarbeit zum Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre aber auch in Alltagsprobleme von Musikgruppen in der DDR hinsichtlich Auftrittsorganisation oder Spielgenehmigungen.

Ein besonderer Fundus ist eine Sammlung von Gedächtnisprotokollen  Jugendlicher, die ihre polizeiliche Zuführung und Befragung wegen „ruhestörendem Lärm“ anlässlich einer privaten Geburtstags- und Abschiedsfeier eines zum Wehrdienst einberufenen Freundes im Jahr 1979 schildern.

Auf Grund seines Engagements in der Offenen Arbeit Gera wird Thalmann 1981 aus dem Dienst der Kirche entlassen. Er ist weiterhin in verschiedenen Gruppen der Opposition in Gera und Thüringen aktiv. So sind regionale und überregionale Erklärungen, Proteste und Appelle der Friedens- und Umweltbewegungen der 1980er Jahre dokumentiert.

Im Herbst 1989 ist Thalmann Akteur des Demokratischen Aufbruchs (DA) Gera und Thüringen und 1990 im Bürgerkomitee Gera sowie im politisch beratenden Ausschuss zur Bildung des Landes Thüringen. Die Arbeitshefter zu seinem Engagement in der Bürgerbewegung befinden sich in der Sammlung.



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