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Thüringer Archiv für Zeitgeschichte (ThürAZ)

Hausanschrift:
Camsdorfer Ufer 17
Jena 07749

Tel.: +49 (0)3641 228605
Fax: +49 (0)3641 229743

Öffnungszeiten:
Di 9-15 / Do 9-18
u.n. Absprache

 
 

Privatarchive

Bär, Ulrich

Privatarchiv Bär, Ulrich
Bezugsorte Saalfeld
Umfang 0,2 lfm., Fotosammlung
Zeitraum 1978 - 89
Stichworte kirchliche Jugendarbeit, Militarisierung, Repression, unabhängige Friedensbewegung, Wehrdienst // Offene Arbeit <Saalfeld / Rudolstadt>, Evangelisch-Lutherische Kirche <Thüringen>
ErschließungDatenbank
Signatur P-BU

Die Sammlung des Saalfelder Jugenddiakons Ulrich Bär enthält im Kern seine Eingabetätigkeit an den Ministerrat der DDR, an das Ministerium für Volksbildung, das Wehrkreiskommando der Nationalen Volksarmee (NVA) Saalfeld, das Zentralkomitee der SED und den Thüringer Landesbischof Werner Leich.

In den Jahren 1976 bis 1980, nach seiner Zeit im Wehrdienst der NVA, beginnt Bär eine Ausbildung als Jugenddiakon im Johannes-Falk-Haus Eisenach. Aus dieser Zeit stammt eine erste Eingabe an den Ministerrat der DDR wegen der Einführung des Wehrkundeunterrichts 1978. Es folgen in der Zeit 1981 bis 1982 seine Erklärung der Verweigerung des Reservistendienst mit der Waffe verbunden mit der Bereitschaft zum Bausoldatendienst, Forderungen zur Einführung eines sozialen Friedensdienstes (SoFD) in der DDR und Eingaben zu Abrüstungsfragen.  

Ab September 1980 als Jugenddiakon der Evangelisch-Lutherischen (Ev.-Luth.) Kirchgemeinde Saalfeld angestellt, bezeugen Schriftwechsel, Eingaben und Gedächtnisprotokolle aus den Jahren 1981 bis 1983 seinen Einsatz für Jugendliche, welche - zumeist aufgrund ihrer Kirchenzugehörigkeit und daraus resultierenden Handlungen - in Konflikt mit Staat und Kirche gerieten. So sind polizeiliche Verhöre von Mitgliedern der Jungen Gemeinde (JG), polizeiliche Maßnahmen gegen Jugendliche wegen Tragens des Symbols der Friedensdekade von 1980 „Schwerter zu Pflugscharen“, die Verweigerung der Zulassung zur Erweiterten Oberschule (EOS) einer Schülerin wegen Nichtteilnahme am Wehrkundeunterricht, sowie der erpresserische Versuch des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zur Anwerbung eines 17-jährigen Lehrlings dokumentiert.

Weitere Korrespondenzen mit staatlichen Institutionen aus den Jahren 1984 bis 1989 beinhalten Fragen des Umweltschutzes und der Reformierung der Wirtschaft.

Die kleine Fotosammlung dokumentiert eine Werkstatt der Offenen Arbeit Rudolstadt im April 1983.



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