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Vor- u. Nachlässe

Damm, Gabriele

Privatarchiv Damm, Gabriele
Bezugsorte Gera
Umfang 0,9 lfm.
Zeitraum 1981 - 95
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-DG

Den Kern des Vorlasses der 1953 geborenen Gabriele Damm (geb. Tügend, verh. Stöß) bildet eine umfangreiche Sammlung von innerkirchlichen Texten und Samisdat zu Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsfragen aus den 1980er Jahren, wobei zahlreiche Ausgaben mit dem Amtsstempel ihres Mannes, dem Kreisjugendpfarrer Michael Damm aus Nischwitz, versehen sind. Hier sind enthalten: „Informationen und Texte“ der Theologischen Studienabteilung beim Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR, „Orientierungen“ des Landeskirchenrates der Evangelisch-Lutherischen (Ev.-Luth.) Kirche in Thüringen, "Internationale Ärztevereinigung zur Verhütung eines Nuklearkrieges", „Umweltblätter“ und „Telegraph“ der Umweltbibliothek Berlin, „Friedrichsfelder Feuermelder“ des Friedrichsfelder Friedenskreises, „Kontext“ der Ev. Bekenntnisgemeinde Berlin-Treptow, „Grenzfall“ der Initiative Frieden und Menschenrechte, „Aufrisse“ des Rradix-Verlages Berlin, „Briefe zur Orientierung im Konflikt Mensch - Erde“, „Die Erde ist zu retten“ oder „Umweltschutz im Haushalt“ des Kirchlichen Forschungsheimes Wittenberg, „mOAning Star“ der Offenen Arbeit/Kirche von Unten Berlin, „Plattform“ des Ev. Stadtjugendpfarramtes Erfurt, „Ausblick“ der Arbeitskreise Ökologie und Frieden Magdeburg, „Erfurter Schlagloch“ der Kirche von Unten Erfurt/Berlin, „Forum für Kirche und Menschenrechte“ der Arbeitsgemeinschaft Menschenrechte Leipzig, „Ostkreuz“ von Dalos, Dietrich, Grimm u.a., "Information und Impulse zum Thema 'Ausländer'" der Ev.-Luth. Mission Leipzig sowie „Gedächtnisprotokolle. Tage und Nächte nach dem 7. Oktober 1989“ des Stadtjugendpfarramtes Berlin.

An weiterem kirchlichen Informations- und Arbeitsmaterial befinden sich im Bestand Reader und Texte zu den Friedensdekaden von 1982 bis 1986, Materialien und Texte zu den Ökumenischen Vollversammlungen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der DDR, aber auch das Positionspapier des Grün-ökologischen Netzwerkes Arche, Region Thüringen oder etwa ein Fragebogen von Michael Beleites/Kirchlicher Umweltkreis Ronneburg zur Überarbeitung der Studie „Pechblende – Der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“.   

Offene Briefe und Eingaben verschiedener kirchlicher Basisgruppen und Einzelpersonen - darunter auch von Damm - aus den Jahren 1985 bis 1989 zum Reiseverkehr in die Tschechoslowakei und in die Volksrepublik (VR) Ungarn, zur Umweltverschmutzung, zum Besuch des rumänischen Staatsoberhauptes Nicolae Ceaucescu in der DDR, zu den Ereignissen um die Leipziger Friedensgebete im September 1989, zu den Ereignissen in der VR China, zur atomaren Bedrohung und zum „Sputnik“-Verbot zeigen sowohl das gesellschaftspolitische Engagement von Damm als auch ihre DDR-weiten Kontakte zu oppositionellen Gruppen.

Damm ist von 1978 bis 1989 als Regieassistentin und Dramaturgin am Geraer Theater engagiert. Diese Tätigkeit ist in einer kleinen Sammlung von Programmheften der Bühnen der Stadt Gera, einer Korrespondenz von Damm mit der Intendantur zu Arbeitsrechtfragen sowie durch Urkunde und Ehrennadel der Bühnen der Stadt Gera dokumentiert.

BStU-Auszüge aus dem Operativen Vorgang „Kerze“ und der Operativen Personenkontrolle „Medusa“ belegen die Tätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gegen Damm als Mitarbeiterin am Geraer Theater, als Akteurin der unabhängigen Friedensbewegung und als Mitglied der Basisgruppe Ökologie am Katholischen Gemeindezentrum. Korrespondenzen der Jahre 1992 bis 1995 beleuchten die Versuche Damms, die Erkenntnisse aus ihrer Akteneinsicht aufzuarbeiten und geben auch ein Beispiel von Rechtfertigungsverhalten ehemaliger Inoffizieller Mitarbeiter des MfS.



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