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Vor- u. Nachlässe

Bächer, Heinz

Privatarchiv Bächer, Heinz
Bezugsorte Eisenach, Erfurt, Halle, Leipzig, Meissen, Prora
Umfang 1 lfm.
Zeitraum 1955 - 89
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-BH

Heinz Bächer, Jahrgang 1957, tritt im Alter von zwanzig Jahren den waffenlosen Wehrdienst in den Baueinheiten der Nationalen Volksarmee (NVA) an. Ab dieser Zeit ist sein aktives Friedensengagement mit Korrespondenz sowie Arbeits- und Informationsmaterial überliefert. Aus den Jahren 1977 bis 1981 datieren Briefe, Informationen und Berichte von Bausoldaten aus Prora/Rügen, in denen Reflexionen, Aufrufe und Situationsbeschreibungen zu finden sind. In Eingaben positioniert sich Bächer gegen zunehmende Verschlechterungen in der Dienststelle Prora und gegen die Einführung des Wehrkundeunterrichts an den Schulen der DDR. Eine Sammlung von Gesetzblättern zur Wehrdienstthematik aus den Jahren 1962 bis 1982 ist als Arbeitshilfe zur Erkenntnis der Problematik enthalten. In diesem Kontext stehen auch die Texte der Initiative Sozialer Friedensdienst (SoFD) aus dem Jahr 1981, Texte der Arbeitsgruppe Abrüstung der Gossner Mission aus den Jahren 1977 bis 1981 sowie theoretische Konzepte zur Gewaltlosigkeit (1955 bis 1979).

1979 beginnt Bächer ein Theologiestudium in Leipzig und engagiert sich für Frieden- und Menschenrechtsfragen. Erhalten sind aus den Jahren 1982 bis 1988 Reader, Seminarmaterialien und Vorlagen zu den jährlichen Friedensdekaden, Arbeitshefter zu den Friedensseminaren Königswalde und Meißen der Jahre 1981 bis 1983 sowie ein Arbeitsordner aus seiner Tätigkeit im Leitungskreis der AG Friedensdienst beim Stadtjugendpfarramt Leipzig mit Konzepten, Texten, Postkarten und Fotos von der Gründung der Gruppe im Jahr 1982 bis zum Jahr 1985. Die Position des Bundes der Evangelischen (Ev.) Kirchen in der DDR (BEK) ist anhand von Synodaltexten aus den Jahren 1981 bis 1988 und durch Ausgaben der Schriftenreihe „Informationen und Texte“ der Theologischen Studienabteilung der Jahre 1982 bis 1985 dokumentiert. Vereinzelt befinden sich in der Sammlung auch Materialien ev. Friedensarbeit aus der Zeit vor Bächers Studium, wie der Reader zum Erfurter Kirchentag 1978 „Es geht ums leben“ oder auch Schriften der katholischen Friedensarbeit wie die „Stellungnahme zum Friedenszeugnis der Kirche“ des katholischen Aktionskreises Halle (AKH) aus dem Jahr 1982.

Dass Bächers Friedensengagement durch den Staatssicherheitsdienst der DDR beobachtet wird, verdeutlicht ein Gedächtnisprotokoll Bächers zu einer Befragung beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zu einem Gottesdienst unter dem Thema Abrüstung und Friedensdienst in der Michaeliskirche Leipzig im März 1982. In diesem Zusammenhang stehen auch Dokumente aus dem Jahr 1983 zu einem Einbruch in die Privatwohnung Bächers.  

Doch auch in gesellschaftspolitischen Fragen und Alltagsfragen wird Bächer aktiv. In Eingaben aus den Jahren 1977 bis 1989 an zahlreiche staatliche und kirchliche Institutionen klagt er offen gegen Reisebeschränkungen in die VR Bulgarien und VR Polen, gegen die Zuspitzung des Verhältnisses der DDR zu Polen im Jahr 1981, gegen die Pressezensur christlich geprägter Todesanzeigen, gegen Störungen des Fernsprechanschlusses und andere Missstände. Die Eingaben sind in der Sammlung zum Teil mitsamt Einlieferungsscheinen und Antwortschreiben überliefert.



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