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Vor- u. Nachlässe

Schröder, Bernd

Privatarchiv Schröder, Bernd
Bezugsorte Berlin-Ost, Greifswald
Umfang 0,4 lfm., Fotosammlung
Zeitraum 1976 - 91
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-SB

Bernd Schröder, 1951 in Prenzlau geboren, gehört 1975 zum ersten Jahrgang der Ausbildung zum Sozialdiakon in Berlin-Weißensee und erhält im August 1978 eine Anstellung als Sozial-/Jugenddiakon in Berlin-Friedrichshain. Die Sammlung dokumentiert den Einsatz Schröders für die Integration jugendlicher Subkulturen im Rahmen einer Offenen Jugendarbeit (OA) der Evangelischen Kirche in der DDR.

Überliefert sind die Arbeitsordner aus der OA im Evangelischen Jugendzentrum im Pfingst-Turm der Pfingstkirche Berlin-Friedrichshain (1978 bis 1983), aus der Begleitung der sozialdiakonischen Jugendarbeit der Jugendwarte in Berlin (1978 bis 1982) und aus der Betreuung des sozialdiakonischen Praktikums im Kirchkreis Friedrichshain (1979 bis 1982). Sie beinhalten Aufzeichnungen, Tagebücher, Korrespondenzen, Anwesenheitslisten, Sitzungsprotokolle, Konzepte, Stellenbeschreibungen, Dienstanweisungen, Arbeitsberichte und Arbeitsanleitungen. Darin befinden sich auch Materialien, welche die Ereignisse um die Veröffentlichung des Berliner Appells „Frieden schaffen ohne Waffen“ des Pfarrers Rainer Eppelmann vom 25. Januar 1982 dokumentieren, wie etwa eine Eingabe Schröders an die Abteilung Inneres des Rates des Stadtbezirkes Friedrichshain wegen der Festnahme seines Kollegen Eppelmann und der Vorladungen von Mitunterzeichnern.

Die Arbeitsmaterialien aus der Begleitung der Berliner Jugendwarte betreffen neben der Pfingstgemeinde im Kirchenkreis Friedrichshain auch das Stadtjugendpfarramt, die Montagsgruppe der Bartholomäuskirche, die Offenen Gruppen der Erlösergemeinde sowie die Kirchenkreise Marzahn und Lichtenberg. Darüber hinaus in der Sammlung enthaltene Materialien sind etwa die Erklärung der Berliner Künstler gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns (1976), subversive Prosa und Gedichte (1979) sowie Fotografien, die vor allem das familiäre Umfeld Schröders, aber auch eine Bluesmesse in der Berliner Samariterkirche, abbilden. Neben Pfarrer Eppelmann und dem Musiker Günter Holwas ist Schröder zu den Initiatoren der Bluesmesse zu rechnen. Im Jahr 1983 wird die OA in der Pfingstgemeinde in Berlin Friedrichshain - nach offizieller Lesart - wegen baupolizeilicher Bestimmungen geschlossen.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wechselt Schröder als Stadtjugendwart nach Greifswald. Seine OA dieser Zeit ist in Kopien aus Operativen Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wie dem OAM „Macher“, der OPK „Ableger“ und dem OV „Ableger“ ausschließlich aus Sicht des MfS dokumentiert.



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