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Vor- u. Nachlässe

Schilling, Walter

Privatarchiv Schilling, Walter
Bezugsorte Berlin-Ost, Braunsdorf, Jena, Rudolstadt, Saalfeld
Umfang 18 lfm.
Zeitraum 1951 - 98
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-WS

Ein Kernstück der Sammlung des Pfarrers Walter Schilling sind die zahlreichen handschriftlichen Notizen und Manuskripte, Konzepte und Referate, Briefe, Aufzeichnungen und Statistiken aus Einsichten in Akten des MfS. Daneben existieren Protokolle vom Untersuchungsausschuß der Thüringer Landeskirche, Rohfassungen von Büchern der Aufarbeitung, Gutachten und Seminarvorbereitungen, Material aus weiteren Ausschüssen zur Stasiüberprüfung.

Aber auch die bis an das Ende der 50er Jahre zurückreichende, engagierte Tätigkeit als Pfarrer in Braunsdorf bzw. Kreisjugendpfarrer und die Probleme um das Rüstzeitheim Braunsdorf werden durch zahlreiche Dokumente seit 1959 widergespiegelt.

Durch den relativ breiten Zeitumfang der Sammlung von vierzig Jahren ist es möglich, das Entstehen einer unabhängigen Jugendkultur aus den Jungen Gemeinden und die Entwicklung der Offenen Arbeit nachzuvollziehen.

Zur Offenen Arbeit, W. Schilling gilt mit Recht als einer ihrer geistigen Väter, sind Manuskripte und Referate, Aufsätze und Analysen, Arbeitsmaterial, Einladungen und Plakate erhalten.

Materialien zu JUNE 78 und den Folgeveranstaltungen dokumentieren bis zum Ende der 80er Jahre die unabhängige kirchliche Jugendarbeit und das Zusammenspiel von Staatsorganen, MfS und staatstreuer Kirche, um Jugendliche und kirchliche Angestellte auf Linie zu zwingen.

Über die halboffizielle Seite der Auseinandersetzungen geben Schriftwechsel von 1959 - 1989 Auskunft. Sie dokumentieren kirchliche Anliegen und Probleme, die aus den Konflikten mit dem Staat erwuchsen. Beispielsweise sind Gedächtnisprotokolle zu polizeilichen Übergriffen auf Jugendliche oder Verhaftungen von 1979 - 1984 erhalten. Zu überregionalen und regionalen Veranstaltungen der Offenen Arbeit z.B. in Jena, Weimar, Erfurt, Plauen, Berlin liegen Dokumente vor, ebenso wie Schriftwechsel mit dem Landeskirchenrat der Thüringer Landeskirche zwischen 1951 und 1974.

Zudem befindet sich in der Sammlung W. Schillings Samisdat der unabhängigen Friedensbewegung der 80er Jahre: z.B. Material des Friedenskreises der Berliner Samariter-Gemeinde oder "Streiflichter" aus dem Seminar "Konkret für den Frieden".

W. Schilling wurde in mehreren Operativen Vorgängen des MfS bearbeitet.



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