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Vor- u. Nachlässe

Schellenberg, Karsten

Privatarchiv Schellenberg, Karsten
Bezugsorte Saalfeld, Schmiedefeld
Umfang 0,2 lfm., Fotosammlung
Zeitraum 1978 - 90
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-SK

Die Sammlung von Karsten Schellenberg (Jg. 1960) umfasst im Wesentlichen Belege seiner regen Eingabekorrespondenz - Möglichkeit persönlichen Protestes und Engagements in der DDR.

 

Als Mitglied der Jungen Gemeinde (JG) Saalfeld nimmt Schellenberg Ende der 1970er an Ausflügen und Veranstaltungen der JG teil. Dies ist in einer kleinen Fotosammlung überliefert. Auch ein Notizheft zu den kirchlichen Jugendgroßveranstaltungen der Offenen Arbeit Saalfeld/Rudolstadt „JUNE“ (1978, 1979) ist vorhanden.

 

Den Schwerpunkt der Sammlung bildet ein Hefter mit der Aufschrift „Eingaben und Aufrufe“. Während seines Wehrdienstes von Mai 1986 bis Oktober 1987 wird Schellenberg als Bausoldat der Nationalen Volksarmee (NVA) auf der Baustelle des Militärflugplatzes Laage eingesetzt. Wiederholt wendet sich Schellenberg in Briefen und Eingaben an das Ministerium für Nationale Verteidigung, die politische Hauptverwaltung der NVA und den Militärstaatsanwalt gegen Missstände in der Kaserne sowie den Einsatz der Bausoldaten auf dem Militärflugplatz und fordert die Einrichtung eines sozialen Friedensdienstes (1986/87). Andere Eingabekorrespondenzen betreffen etwa die Forderung einer Baumbepflanzung an einer Fernverkehrsstraße (1985), den Kampf um das Besuchs- und Sorgerecht für seinen in die Bundesrepublik ausgereisten minderjährigen Sohn (1987) oder auch die Streichung der Zeitschrift „Sputnik“ von der Liste für Presseerzeugnisse des Postzeitungsvertriebes der DDR (1988).

 

Im Herbst 1989 verfasst Schellenberg Eingaben und Aufrufe, in denen er den offenen Dialog zur Errichtung eines demokratischen Sozialismus fordert. Am 7. November 1989 bittet Schellenberg beim Rat der Gemeinde Schmiedefeld um Aushang des Aufrufes „Zur ernsten Lage unseres Landes“, woraufhin er zur Klärung eines Sachverhaltes vorgeladen wird. Interessierte Schmiedefelder folgen am 11. Dezember 1989 dem Aufruf und gründen auf dem Bürgerforum der Initiativgruppen die Bürgerinitiative Schmiedefeld unter maßgeblicher Beteiligung Schellenbergs. Eingaben, Aufrufe, Gründungsprotokoll und die an den Ministerrat der DDR gerichtete Gründungserklärung der Bürgerinitiative sind ebenso überliefert wie Materialien aus Schellenbergs Kandidatur zur Kommunalwahl am 6. Mai 1990.



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