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Vor- u. Nachlässe

Hahn, Carsten

Privatarchiv Hahn, Carsten
Bezugsorte Berlin-Ost, Jena
Umfang 0,5 lfm., Fotosammlung
Zeitraum 1982 - 92
Stichworte
ErschließungDatenbank
Signatur P-HC

Carsten Hahn, Jahrgang 1960, gehört von seinem 17. Lebensjahr bis zu seiner Ausreise im Jahr 1987 zum aktiven Kreis der Jungen Gemeinde (JG) Stadtmitte Jena, in den Jahren 1982/1983 zum Hauskreis von Dorothea Rost sowie zur 1983 aus dem Hauskreis hervorgehenden Jenaer Friedensgemeinschaft (FG). Im Jahr 1986 ist Hahn Gründungsmitglied der Gruppe Künstler für Andere. So umfasst die Sammlung Belege aus Hahns Engagement in der unabhängigen Friedensbewegung, in der kirchlichen Friedensarbeit und in der Offenen Jugendarbeit (OA) der Evangelischen Kirche aus den Jahren 1982 bis 1987.

Den Schwerpunkt der Sammlung bilden Konzepte, Referate und Gedächtnisprotokolle aus dem Friedensengagement des Hauskreises von Dorothea Rost und dem der Jenaer FG (1982 bis 1983). Sie geben Aufschluss über Motivation, Inhalte und Formen ihres aktiven Pazifismus. Des Weiteren befindet sich hier eine Sammlung von Texten, die zu dieser Zeit im Umfeld von Hahn vervielfältigt und diskutiert werden. Autoren sind beispielsweise Clara Zetkin, Dietrich Bonhoeffer, Rosa Luxemburg, Erich Kästner oder Bettina Wegner.

Die Fotosammlung im Bestand Hahn bildet vor allem die Demonstrationen der FG Jena aus Anlass des 38. Jahrestages der Bombardierung Jenas im Zweiten Weltkrieg im März 1983 und aus Anlass des Pfingsttreffens der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Mai 1983 ab. Weiterhin in der Fotosammlung enthaltenen sind Mailartkarten und fotografische Vervielfältigungen von Erklärungen, Beschwerden, Plakaten, Transparenten, sogar von vollständigen Büchern wie "Die Alternative" von Rudolf Bahro oder "Pappkameraden" von Jürgen Fuchs.

Offene Briefe und Eingaben von März bis Juni 1983 an den Staatsrat der DDR, den Zentralrat der FDJ, den Friedensrat der DDR, den Thüringer Landesbischof, die Redaktion von "Glaube und Heimat" und an verschiedene Intellektuelle der DDR dokumentieren den Versuch Hahns, die Repressionsmaßnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit gegen Mitglieder der JG und der FG öffentlich zu machen.

Arbeitsmaterialien aus der sozialdiakonischen Jugendarbeit und der kirchlichen Friedens- und Umweltarbeit der 1980er Jahre umfassen vor allem Konzepte der OA Berlin, Informationsmaterialien des Seminars Konkret für den Frieden und des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR mit den Schwerpunktthemen Friedenserziehung, Wehrdienstverweigerung, Abrüstung und atomare Bedrohung.

Ebenfalls überliefert sind "INKOTA-Briefe" aus den Jahren 1986 bis 1991, die über Solidaritätsprojekte in der Zweidrittelwelt informieren. Ein Großteil der Benefiz-Veranstaltungen, welche die Jenaer Gruppe Künstler für Andere in den Jahren 1987 bis 1989 unter dem Dach der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Jena organisieren, fließen in Projekte des ökumenischen INKOTA-Netzwerkes.



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