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Thüringer Archiv für Zeitgeschichte (ThürAZ)

Hausanschrift:
Camsdorfer Ufer 17
Jena 07749

Tel.: +49 (0)3641 228605
Fax: +49 (0)3641 229743

Öffnungszeiten:
Di 9-15 / Do 9-18
u.n. Absprache

 
 

Aktuelles

 

17. Mai 2008

Samisdat und Öffentlichkeit. Kommunikation und Wahrnehmung der Opposition in den 70er und 80er Jahren in der DDR

Der Samisdat in der DDR hatte eine wesentliche Bedeutung für die Herausbildung von „Artikulationsräumen” in der SED-Diktatur der zweiten Hälfte der 80er Jahre. Diese Publikationsform ermöglichte die informationelle Einbindung von Gruppen und Einzelpersonen in ein DDR-weites oppositionelles Netzwerk, die damit nicht mehr ausschließlichlich von persönlichen Kontakten abhängig war. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, inwiefern der Samisdat über den Kreis der Opposition hinaus rezipiert wurde, welche Konzepte öffentlicher Artikulation damit verbunden waren und umgesetzt wurden? Zudem erscheint bei dieser Fragestellung der Vergleich mit dem Samisdat osteuropäischer Staaten, wie Polen oder der Tschechoslowakei lohnend, insbesondere vor dem Hintergrund der Unterschiedlichkeit der Entwicklungen.

Dieser Fragenkomplex soll mit der Tagung des Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk” in den Blick genommen werden. Dabei gilt es zunächst, die Begriffe und Vorstellungen von Öffentlichkeit und „Zweiter Öffentlichkeit” im Kontext der osteuropäischen Oppositions- und Widerstandsbewegungen eingehender zu betrachten um davon ausgehend die Entwicklung in der DDR zu untersuchen.

Tagungsprogramm

Datum: 17. Mai 2008, 11:00 - 18:00 Uhr
Ort: Carl-Zeiss-Campus der Friedrich-Schiller-Universität, Raum 315, Carl-Zeiss-Straße 3, Jena

11:00 Eröffnung der Tagung

11:15 - 13:00 Panel 1:

Moderation: Prof. Thomas Bohn (Ludwig-Maximilians-Universität München)

  1. Dr. Andrea Genest (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam): Die Rolle des Samisdat in Polen nach 1968
    abstract (pdf-Version)
  2. Mateusz Falkowski (Max-Weber-Kolleg, Erfurt): Collective action in Polish underground publishing: the case of CDN Publishing House 1982 - 1989
    abstract (pdf-Version)
  3. Dr. Christian Lotz (Leipziger Kreis): Samizdat in der DDR und in Polen. Eine vergleichende und beziehungsgeschichtliche Analyse am Beispiel von Leipzig und Wroclaw (1973 - 1989)
    abstract (pdf-Version)

Diskussion

13:00 - 14:00 Mittagspause

14:00 - 15:30 Panel 2:

Moderation: Dr. Bernd Florath (BStU, Abt. Bildung und Forschung)

  1. Dr. des. Marketa Spiritova (Universität Regensburg): „Samizdat bedeutet für mich das Überleben”. Der Samizdat als Bewältigungsstrategie im Alltag tschechischer Intellektueller zur Zeit der „Normalisierung” (1968 - 1989)
    abstract (pdf-Version)
  2. Dr. Tomas Vilimek (Robert-Havemann-Gesellschaft, Berlin): Samisdat, Mittel zur „Deanonymisierung des Terrors” und grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Zum Vergleich zwischen CSSR und DDR
    abstract (pdf-Version)
  3. Reiner Merker (Thüringer Archiv für Zeitgeschichte, Jena): Die „Pechblende”. Zur Wirkungsgeschichte einer Samisdat-Publikation (1988 - 1990)
    abstract (pdf-Version)

Diskussion

15:30 - 16:00 Kaffeepause

16:00 - 18:00 Podiumsgespräch: Grundzüge einer „Zweiten Öffentlichkeit”. Jena 1973 - 1989

mit: Udo Scheer (Arbeitskreis Literatur), Thomas Grund (HinterhofProduction), Matthias Kupke (Leseladen)
Moderation: Dr. Rüdiger Stutz (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

18:00 Ende der Tagung