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Thüringer Archiv für Zeitgeschichte (ThürAZ)

Hausanschrift:
Camsdorfer Ufer 17
Jena 07749

Tel.: +49 (0)3641 228605
Fax: +49 (0)3641 229743

Öffnungszeiten:
Di 9-15 / Do 9-18
u.n. Absprache

 
 

Aktuelles

 

8. November 2009

Gedenktafel für Jürgen Fuchs

Podium, ThürAZ 8. November 2009,
mit: Tilo Schieck, Gotthard Lemke, Lilo Fuchs, Frank Rub.

Am 8. November 2009 wurde am Haus Lutherstraße 25 von der Stadt Jena eine Gedenktafel für Jürgen Fuchs enthüllt. Jürgen Fuchs wohnte hier während seines Studiums der Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität gemeinsam mit seiner Frau Lilo in der Zeit von 1972 bis 1975.

 

Die Stadt Jena gedenkt mit diesen schlichten weißen Tafeln Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Literatur und Politik, die mit Jena biographisch verbunden sind. Sie studierten, lebten und arbeiteten in dieser Stadt. Die Tafeln markieren die Stellen ihres Wirkens und Aufenthaltes in Jena. Somit entsteht ein Netzwerk für das kulturelle Gedächtnis der Stadt, das konkret verortet ist. Jürgen Fuchs ist nun ein Teil davon geworden.

 

Jürgen Fuchs hat von 1971 bis 1975 an der Friedrich-Schiller-Universität Sozialpsychologie studiert. Diese Zeit war eine wichtige literarische und politische Phase in seinem Leben, Gedichte und Texte u. a. in seinen „Gedächtnisprotokollen“ zeichnen sich durch diesen Jenabezug aus. Er stand über den Arbeitskreis Literatur und Lyrik mit Lutz Rathenow im engen Kontakt und trat gemeinsam mit Bettina Wegner und Gerulf Pannach auf. Seine Bemühungen um Meinungsfreiheit führten jedoch dazu, dass er kurz darauf aus der SED ausgeschlossen und kurz vor Studienabschluss im Juni 1975 exmatrikuliert wurde.

 

Die Idee zu dieser Gedenktafel, im Umkreis des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ entstanden, wurde vom Kulturausschuss des Stadtrates aufgegriffen und beschlossen. Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter wies seitens der Stadt bei der Enthüllung der Tafel darauf hin, sich durch solch eine Tafel im Straßenraum eingeladen zu fühlen, dem Wirken von Jürgen Fuchs in Jena nachzugehen. Es sei wichtig für das aktuelle städtische Selbstverständnis, sich dem offenen Eintreten Jürgen Fuchs für Menschen- und Bürgerrechte in der DDR-Diktatur bewusst zu sein.

 

Das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte hat die Enthüllung mit einer Gedenkveranstaltung in seinen Räumen begleitet, auf der Lilo Fuchs, WeggefährtInnen, Freunde und Studenten Texte von ihm vortrugen. In einem intensiven und sehr persönlichen Gespräch wurde deutlich, wie eng Erinnern, Aufarbeitung und heutiges Engagement verknüpft sind.